Ärzte Zeitung online, 09.02.2010

Drei Frauen mit HIV infiziert - Mann vor Gericht

MÜNCHEN (dpa). Ein 25-Jähriger, der ungeschützten Sex mit drei Frauen gehabt haben soll, obwohl er wusste, dass er HIV-positiv ist, steht seit Montag vor dem Münchner Landgericht.

Der Ugander wird der versuchten und vollendeten gefährlichen Körperverletzung in insgesamt 72 Fällen beschuldigt. Gegen ihn verhandelt eine Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil er bei den ersten Intimkontakten erst 15 Jahre alt war.

Im Alter von vier Jahren habe sich der Angeklagte in einem Krankenhaus in der ugandischen Hauptstadt Kampala durch eine infizierte Spritze angesteckt, sagten die Anwälte am Rande der Sitzung. Als Siebenjähriger sei er von seiner Mutter nach Deutschland geholt worden.

Laut Anklage weiß der Mann bereits seit 1998, das der mit HIV infiziert ist. Ihm sei die Ansteckungsgefahr bei ungeschütztem Sex klar gewesen. Trotzdem habe er seit 1999 immer wieder mit Frauen verkehrt, ohne sie zu informieren. Auch Kondome habe er nicht benutzt. Die Anklage nennt sechs Frauen, von denen sich drei angesteckt haben.

Die Opfer sind zwischen 22 und 29 Jahre alt. Alle drei Nebenklägerinnen haben nach Auskunft ihrer Anwälte noch keine gesundheitlichen Probleme, die seelische Belastung sei aber "enorm", sagte eine Anwältin, die zwei Frauen vertritt. Gegen den Angeklagten wird voraussichtlich an vier Tagen verhandelt.

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