Ärzte Zeitung, 18.02.2010

Oberster Datenschützer geht gegen Kassen vor

BERLIN (nös). Etliche Krankenkassen haben in der Vergangenheit Internet-Dienste eingesetzt, die das Nutzerverhalten auf ihren Websites analysieren. Diese Programme seien aber unzulässig, teilte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar am Donnerstag in Berlin mit. Die Nutzer müssten vorher ihre Einwilligung erteilen und die Möglichkeit zum Widerspruch haben, so Schaar weiter. 

Bei den von Schaar monierten Diensten handelt es sich um Webanalyse-Tools. Prominentester Vertreter ist "Analytics", das von Google betrieben und kostenlos angeboten wird. Diese Tools werden von immer mehr Website-Betreibern - in diesem Fall von den Krankenkassen - zum Zählen der Website-Besucher eingesetzt. Allerdings erfassen die Programme weit mehr als nur die Seitenzugriffe. Sie ermöglichen die Erzeugung von Besuchsprofilen und Klickpfaden. Professionelle Angebote stellen ganze Klickpfade ihrer Besucher dar. 

Mit dem Datenschutz ist es dann nicht mehr so gut bestellt. Das kritisiert auch Schaar. Die Anbieter von Websites, die mit solchen Tools arbeiten, müssen deswegen darauf hinweisen, wenn sie solche Programme verwenden. Von den kritisierten Krankenkassen haben laut Schaar bereits 100 diese Dienste abgeschaltet.

Topics
Schlagworte
Recht (12804)
Organisationen
Google (409)
Personen
Peter Schaar (107)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »