Ärzte Zeitung online, 25.02.2010

Razzia bei Traunsteiner Ärzten - Verdacht des Abrechnungsbetrugs

TRAUNSTEIN (dpa). In einer Großaktion haben Traunsteiner Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei am Mittwoch zahlreiche Arztpraxen und Wohnungen in der bayerischen Region durchsucht. Es werde gegen mehrere Ärzte wegen Verdachts des Abrechnungsbetrugs ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein mit und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR).

Innerhalb von sechs Jahren sollen die Mediziner von ihren Patienten mindestens 650 000 Euro zu viel kassiert haben. Die Mehreinnahmen sollen sie laut Staatsanwaltschaft unter sich aufgeteilt haben. Nach Informationen des BR stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit einer großen radiologischen Praxis. Diese wurde demzufolge von mehreren niedergelassenen Medizinern als Gesellschaft gegründet und an einen Radiologen verpachtet. Der Radiologe zahlte eine Pachtgebühr, die sich an der Höhe der Einnahmen bemaß, heißt es in dem Bericht.

Um diese Einkünfte zu steigern, sollen die an der radiologischen Praxis beteiligten Ärzte ihre Patienten in den meisten Fällen nur an diese Praxis überwiesen haben. Dort seien den Patienten dann unter anderem Untersuchungen in Rechnung gestellt worden, die gar nicht gemacht wurden, berichtete der BR weiter. Bei der Durchsuchung der Arztpraxen hätten Staatsanwaltschaft und Polizei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Verdächtige und Zeugen wurden verhört, teilte die Anklagebehörde mit.

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