Ärzte Zeitung online, 03.03.2010

US-Gesetz soll Fehlgeburt zu Straftat machen

WASHINGTON (dpa). Ein US-Bundesstaat will Frauen unter bestimmten Umständen künftig für eine Fehlgeburt juristisch zur Verantwortung ziehen können. Ein entsprechender Gesetzentwurf spaltet derzeit die Gemüter im nord-westlichen Utah.

Der Entwurf habe bereits den dortigen Kongress passiert und liege unterschriftsreif auf dem Tisch des Gouverneurs, berichteten US-Medien. Carl Wimmer - der Abgeordnete, der ihn eingebracht hat - begründete seine Initiative im TV-Sender CNN am Dienstag mit dem Fall einer 17-Jährigen, die gewaltsam eine Fehlgeburt herbeigeführt hatte.

Die junge Frau, die im siebten Monat schwanger war, hatte einen Mann angeheuert, der ihr solange in den Bauch schlagen sollte, bis sie das Kind verlor. Beide seien wegen Mordes vor Gericht gestellt worden. "Doch es stellte sich heraus, dass sie (die Frau) nicht gerichtlich belangt werden konnte, ganz gleich, was sie getan hat", erklärte Wimmer. Es gebe eine Gesetzeslücke, die durch die neue Initiative geschlossen werden solle.

Frauenrechtlerinnen und Abtreibungsbefürworter protestieren gegen das Gesetzesvorhaben. Sie kritisieren eine Rechtslage, die eine 17-Jährige zu einem derartigen Schritt bringen könne. In Utah sind Abtreibungen nur unter wenigen Umständen bis zur 20. Schwangerschaftswoche erlaubt. Viele unschuldige Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, so das Argument der Gesetzesgegner, könnten durch die Neuerung fälschlicherweise kriminalisiert werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »