Ärzte Zeitung online, 10.03.2010

Scheidungsverfahren kann bei Versöhnungschance ausgesetzt werden

SAARBRÜCKEN (dpa). Das Familiengericht darf ein Scheidungsverfahren aussetzen, wenn eine Chance auf Versöhnung besteht. Das berichtet die Fachzeitschrift "NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht" unter Berufung auf einen Beschluss des Saarländischen Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken.

Nach dem Richterspruch steht diese Entscheidung im Ermessen des Familiengerichts. Dabei sei es durchaus vertretbar, die Aussetzung schon dann anzuordnen, wenn nur einer der beiden Ehepartner der Ehe noch eine Chance gebe (Az.: 9 WF 61/09).

Das Gericht wies die Beschwerde eines Ehemannes zurück. Er hatte sich dagegen gewandt, dass das Familiengericht ein Scheidungsverfahren für ein halbes Jahr ausgesetzt und den Eheleuten nahe gelegt hatte, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Der Ehemann war der Meinung, die Ehe sei nicht mehr zu retten, während die Ehefrau eine Versöhnung nicht ausschließen wollte. Das OLG bewertete das Vorgehen des Familiengerichts als richtig. Da sich die Ehefrau noch an die Ehe gebunden fühle, lägen ausreichende Anhaltspunkte für eine mögliche Versöhnung vor.

www.solg.saarland.de

Topics
Schlagworte
Recht (12138)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »