Ärzte Zeitung online, 18.03.2010

Gefahr von Giftdämpfen in Flugzeugen - ver.di verlangt Aufklärung

BERLIN (dpa). Die mögliche Verunreinigung der Atemluft in Flugzeugkabinen durch giftige Chemikalien will die Gewerkschaft ver.di schleunigst untersuchen lassen. Die Gewerkschaft, die einen Teil des deutschen Kabinenpersonals vertritt, forderte am Mittwoch eine "unverzügliche, umfassende und von Geldern der Luftfahrtindustrie unabhängige Untersuchung aller Umstände".

Das ARD-Magazin Plusminus hatte am Dienstag über das Phänomen berichtet. Mehrere Krankheitsfälle bei Flugbegleitern und Passagieren stünden im Verdacht, durch verunreinigte Kabinenluft verursacht worden zu sein.

"Während das Problem im englischsprachigen Raum schon seit Jahren diskutiert wird, scheinen die deutschen Aufsichtsbehörden bis hin zum Bundesverkehrsminister vollkommen überrascht", kritisierte das ver.di-Vorstandsmitglied Erhard Ott.

Nach dem Bericht wird die Atemluft bei Passagierflugzeugen am Triebwerk abgezweigt und ungefiltert in die Kabine geleitet. So könnten auch erhitzte Öldämpfe in die Atemluft gelangen. Sie enthielten gesundheitsschädliche und sogar giftige Chemikalien, darunter das Nervengift Trikresylphosphat (TKP).

In Deutschland sei der festgesetzte Grenzwert für diesen Stoff Null. TKP dürfte also nicht in der Atemluft an Arbeitsplätzen und in geschlossenen Räumen vorkommen. "Wir dürfen nicht länger zulassen, dass dieses Problem vertuscht wird", sagte Ott.

Zum Beitrag "Rückschau: Flugverkehr" des Magazins Plusminus

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