Ärzte Zeitung online, 03.05.2010

Staatsanwaltschaft fordert Haft und Berufsverbot für Drogen-Arzt

BERLIN (dpa). Ein Berliner Arzt, bei dessen illegaler Drogentherapie zwei Menschen starben, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft acht Jahre in Haft. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht forderte der Ankläger am Montag außerdem ein lebenslanges Berufsverbot.

Der Mediziner sei der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Ein Mordversuch wurde nicht nachgewiesen. Gegen Therapeuten wie den Angeklagten sei mit aller Härte vorzugehen, hieß es im Plädoyer. Der Arzt habe seine Patienten als Versuchskaninchen missbraucht (wir berichteten).

Am 19. September 2009 hatte der Psychotherapeut seinen Patienten bei einer Gruppensitzung in seiner Praxis einen Drogencocktail verabreicht. Ein 59-jähriger Frührentner starb noch in den Arbeitsräumen des Arztes, ein 26-jähriger Student später in der Klinik. Der Allgemeinmediziner hatte die Verantwortung für den Tod der Patienten übernommen.

Lesen Sie dazu auch:
Ecstasy-Therapie: Arzt steht wegen Mordes vor Gericht

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