Ärzte Zeitung, 10.05.2010

Haftstrafe für Drogen-Arzt

Tod der Patienten war Körperverletzung mit Todesfolge

BERLIN (dpa). Der Berliner Arzt, der zwei Patienten während einer Therapiesitzung einen tödlichen Drogencocktail serviert hatte (wir berichteten), muss für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte den 51-Jährigen am Montag wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Vorwurf des versuchten Mordes wurde in dem Prozess fallengelassen.

Bei einer Gruppentherapie mit illegalen Drogen im September 2009 starb ein Frührentner in der Hermsdorfer Praxis des Psychotherapeuten an einer Überdosis Ecstasy. Auch ein Student konnte nicht mehr gerettet werden, er starb in einer Klinik. Der Arzt hatte das "tragische Unglück" bedauert. Er habe die Drogen falsch abgewogen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[11.05.2010, 23:46:00]
jürg bareiss 
nicht immer alles gut
Es bleibt letztlich jedem Gruppentherapieteilnehmer selbst überlassen, ob er Hilfsmittel zur Selbstfindung einnehmen will oder nicht. Die Frage ist: Brauche ich das im Moment wirklich und kann ich demjenigen, der mir Hilfsmittel gibt, voll und ganz vertrauen. Im vorliegenden Fall wurde Vertrauen gänzlich verspielt. Das ist sehr tragisch und wirft kein gutes Licht auf diese Behandlungsmethode. Es wirft aber auch kein gutes Licht auf Teilnehmer, die meinen, es ginge immer alles gut. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »