Ärzte Zeitung online, 18.05.2010

Befristete Ausweitung der Arbeitszeit meist unzulässig

MAINZ (dpa). Ein Arbeitgeber darf die Arbeitszeit eines Beschäftigten nur in Ausnahmefällen mit einer Klausel im Kleingedruckten vorübergehend ausweiten. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Dienstag bekanntgewordenen Urteil.

Demnach wird der Mitarbeiter sonst unangemessen benachteiligt, weil er seine finanzielle Planungssicherheit verliert. Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Klage eines Arbeitnehmers statt.

Der Arbeitgeber hatte dem in Teilzeit beschäftigten Kläger angeboten, seine Arbeitszeit von 30 Wochenstunden für drei Monate auf 37,5 Stunden zu erhöhen. Eine entsprechende Klausel stand im Kleingedruckten des Arbeitsvertrages. Der Kläger machte jedoch geltend, die Befristung sei unzulässig. Daher sei er unbefristet mit einer Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden vollbeschäftigt.

Das LAG teilte diese Auffassung. Die Befristung der erhöhten Zahl von Arbeitsstunden müsse die Ausnahme bleiben und vom Arbeitgeber begründet werden. Dabei reiche die Ungewissheit über den künftigen Arbeitskräftebedarf zur Rechtfertigung nicht aus. Denn diese Unsicherheit gehöre zum unternehmerischen Risiko, das der Arbeitgeber nicht auf die Mitarbeiter abwälzen dürfe, so das LAG.

Az.: 11 Sa 426/09

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »