Ärzte Zeitung online, 07.06.2010

Erstmals Schuldspruch nach Bhopal-Katastrophe

NEU DELHI (dpa). Mehr als 25 Jahre nach der Giftgaskatastrophe in der indischen Stadt Bhopal hat ein Gericht erstmals acht leitende Angestellte des US-Konzerns Union Carbide der "fahrlässigen Tötung" für schuldig befunden.

Wie die Nachrichtenagentur IANS am Montag berichtete, handelt es sich bei den Verurteilten um indische Mitarbeiter, darunter den früheren Chef des indischen Tochterunternehmens von Union Carbide, Keshub Mahindra. Das Strafmaß soll in den nächsten Tagen verkündet werden. Den Verurteilten drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Am 3. Dezember 1984 waren aus der ehemaligen Pestizidfabrik von Union Carbide in Bhopal etwa 40 Tonnen hochgiftiges Methylisocyanat (MIC) ausgetreten. Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass in den 72 Stunden nach dem Unglück 8000 Menschen zu Tode kamen. An den Spätfolgen starben bis heute mehr als 15 000 weitere Opfer in Bhopal. Mindestens 100 000 Menschen wurden chronisch krank.

Das Strafverfahren gegen die indischen Angestellten war 1987 eröffnet worden. Um die Auslieferung des damaligen Firmenchefs Warren Anderson aus den USA hatte sich die indische Regierung vergeblich bemüht.

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