Ärzte Zeitung online, 09.07.2010
 

PKV darf nicht mit dem Slogan "Lieber versichert als verwaltet" werben

KÖLN (akr). Das Landgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung gegen zwei Motive aus einer Anzeigenkampagne des Verbands der privaten Krankenversicherer (PKV) erlassen. Auf Betreiben der Wettbewerbszentrale hat das Gericht dem Verband untersagt, die Slogans "Lieber versichert als verwaltet" und "Ein schuldenfreies Gesundheitswesen? Haben wir" vorerst weiter zu veröffentlichen.

PKV darf nicht mit dem Slogan "Lieber versichert als verwaltet" werben

Unter anderem mit diesem Spruch, hier eine Anzeige in der "Süddeutschen Zeitung", darf der PKV-Verband vorerst nicht mehr werben.

© nös

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) begrüßt die Entscheidung. Die Kassen fühlen sich durch die Aussagen der Anzeigen diffamiert. "Seit Wochen versucht der PKV-Verband mit teuren Werbeanzeigen sein Image aufzupolieren", kritisiert vdek-Chef Thomas Ballast. Die Kampagne sei der Versuch, von den eigenen massiven Finanzierungsproblemen abzulenken und plumpes Kundenmarketing zu betreiben.

Der PKV-Verband legt gegen die Entscheidung des Gerichts Widerspruch ein. "Wir tun nichts anderes, als unsere gesundheitspolitische Position zu vertreten", sagt Sprecher Stefan Reker. Die Kampagne wird zunächst ohne die beiden Motive fortgeführt. Den dritten Slogan der Anzeigenserie "Gesundheit kann man nicht garantieren. Leistung schon" hat die Wettbewerbszentrale nicht moniert.

Die Wettbewerbszentrale wird von 1800 Verbänden und Unternehmen aller Branchen getragen. Sie wird auf Anstoß von außen aktiv, veröffentlicht die Identität der Beschwerdeführer aber nicht.

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