Ärzte Zeitung online, 16.07.2010

Sexualstraftäter: Bewachung statt Sicherheitsverwahrung

HANNOVER (dpa). Ein aus der Sicherungsverwahrung entlassener Sexualstraftäter steht seit seiner Ankunft in Niedersachsen unter Polizeibeobachtung. "Derzeit ist noch nicht absehbar, wie lange die Überwachung andauern wird", sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Hannover. Im Maximalfall könne der Mann rund um die Uhr beobachtet werden.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) hatte am Donnerstag angeordnet, den wegen mehrfacher Vergewaltigung und Körperverletzung vorbestraften Mann aus der Sicherungsverwahrung zu entlassen. Dagegen hatte Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) scharf protestiert.

Das OLG Karlsruhe hatte entschieden, dass der Mann nur unter Auflagen entlassen werden dürfe. Diese wurden am Freitag vom Landgericht Freiburg festgelegt, wo der Mann zuletzt im Gefängnis in Sicherungsverwahrung saß.

Zunächst muss sich der Entlassene ein Mal pro Woche bei der örtlichen Polizei melden. Außerdem wurde seine Unterbringung in einer Betreuungseinrichtung angeordnet. Dieses Haus dürfe er nicht verlassen, ohne seinen Betreuer zu informieren, sagte ein Sprecher des Landgerichtes Freiburg.

Der genaue Aufenthaltsort des Mannes wurde nicht bekanntgegeben. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll er nach Bad Pyrmont gezogen sein. Dies wollten aber weder das Justizministerium noch die Pyrmonter Stadtverwaltung oder die Polizei offiziell bestätigen.

Nach Angaben der JVA Freiburg entschied der Mann selbst, nach Niedersachsen zu ziehen. "Wir haben zuvor bundesweit wie in solchen Fällen üblich nach geeignet Betreuungseinrichtungen gesucht", sagte Gefängnisleiter Thomas Rösch.

Topics
Schlagworte
Recht (14755)
Panorama (27041)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verursacht Kiffen Psychosen?

Wer kifft, trägt ein erhöhtes Psychoserisiko. Ob dies am Konsum von Cannabis liegt, ist aber alles andere als klar. Eine aktuelle Studie liefert immerhin neue Indizien. mehr »

Resistenzen behindern Kampf gegen TB

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten - ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete dafür harsche Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »