Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Falsches Licht am Fahrrad - Streit um Zusammenstoß

MÜNCHEN (dpa). Für ein Fahrrad reicht weder eine Stirnlampe am Helm des Fahrers noch eine elektrische Lampe am Lenker als Beleuchtung aus. Mit dieser Begründung wies das Landgericht München I in einem am Donnerstag veröffentlichen Urteil zwei Radler zurecht, die vor vier Jahren nachts auf einem Radweg in den Isarauen zusammengestoßen waren.

Der Radfahrer mit der Stirnlampe hatte bei der Kollision einen Wirbelbruch erlitten, an dessen Folgen er bis heute leidet - er zog vor Gericht.

Vor dem Richter sahen beide Radler die Schuld jeweils beim anderen: Der Kläger meinte, das Rad des Beklagten sei unzureichend beleuchtet gewesen, da das Aufstecklicht nur noch schwach geleuchtet habe. Der Beklagte argumentierte, das Rad des anderen sei nicht mit dem ordnungsgemäßen Licht ausgestattet gewesen. Das Gericht stellte nun klar: Ein Fahrrad ist nur mit einem dynamobetriebenen Licht ausreichend beleuchtet. Zusätzliche elektrische Lichter sind zwar erlaubt, genügen aber allein nicht.

Beide Parteien einigten sich schließlich darauf, beide zur Hälfte für den Unfall verantwortlich zu sein. Der inzwischen 37 Jahre alte Kläger bekommt ein Schmerzensgeld in Höhe von 15 000 Euro.

Az.: 17 O 18396/07

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