Ärzte Zeitung online, 09.08.2010
 

Illegale Medikamente: Staatsanwälte in Norddeutschland ermitteln gegen Apotheker

HAMBURG (eb). In bundesweit 100 Apotheken sollen laut Recherchen des NDR-Wirtschafts- und Verbrauchermagazins "Markt" illegale Medikamente verkauft worden sein. In Norddeutschland würden unter anderem die Staatsanwaltschaften Hamburg, Celle, Verden, Kiel und Braunschweig ermitteln.

Illegale Medikamente: Staatsanwälte in Norddeutschland ermitteln gegen Apotheker

Gefälschte Medikamente machen immer wieder Schlagzeilen, wie hier ein beschlagnahmter Fund am Frankfurter Flughafen. Nun sind rund 100 deutsche Apotheken ins Fadenkreuz der Ermittler geraten: sie sollen Plagiate verkauft haben.

© dpa

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nach Angaben von "Markt" bereits Klage gegen einen Apotheker erhoben. Allein er solle Medikamente mit einem Volumen von 1,675 Millionen Euro zu Unrecht abgerechnet haben.

"Markt" erklärt die Masche der Apotheker: Apotheker kauften illegal zu günstigen Preisen Wirkstoffe auf dem grauen Markt, die in Deutschland nicht zugelassen seien. Mit diesen Wirkstoffen mischten sie dann individuell auf zum Beispiel Krebs-Patienten abgestimmte Lösungen an und rechneten diese zu deutschen Höchstpreisen mit den Krankenkassen ab.

Der Hinweis sei von einem Großhändler gekommen, der aussteigen wollte.

Dabei würden die falschen Medikamente nicht nur im Ausland produziert. "Auch in Deutschland gibt es mittlerweile Werkstätten, die jetzt nicht mehr nur Potenzmittel und Muskelaufbaupräparate herstellen, sondern auch Medikamente wie Antibiotika oder Schmerzmittel", berichtet "Markt".

Lesen Sie dazu auch:
Apothekenkammer: Vorwurf des Arzneimittelbetrugs stimmt so nicht

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