Ärzte Zeitung online, 12.08.2010

Mann soll Frauen HIV-infiziert haben - Freispruch

HAMBURG (dpa). Das Gericht hat einen 34-jährigen Hamburger vom Vorwurf freigesprochen, zwei Frauen wissentlich mit HIV infiziert zu haben. Der Mann war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Das Amtsgericht Hamburg-Harburg sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der ehemalige Callboy nichts von seiner Infizierung gewusst hatte, als er mit den beiden Frauen von 2000 bis 2006 eine sexuelle Beziehung einging.

Zwar hatte der Angeklagte bereits im Dezember 2005 im Zuge einer allgemeinen Blutuntersuchung einen HIV-Test machen lassen, wurde von seinem Arzt aber nicht über das Ergebnis informiert. Stattdessen interpretierte er ein Minus hinter dem Vermerk "HIV-Test" auf der Arztrechnung als negativen Befund. Erst als ihm seine Ex-Freundin im Jahr 2008 von ihrer Infizierung erzählt hatte, hakte er nach und erfuhr von seiner Erkrankung. Verteidiger und auch Staatsanwaltschaft hatten auf Freispruch plädiert.

Topics
Schlagworte
Recht (12052)
Krankheiten
AIDS (3245)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »