Ärzte Zeitung, 16.08.2010

Anbieten einer Ware stellt kein Angebot dar

MÜNCHEN (bü). Das Amtsgericht München hat entschieden, dass das Anbieten einer Ware auf der Homepage eines Internetshops noch kein Angebot darstelle. Es komme erst ein gültiger Kaufvertrag zustande, wenn die Bestellung des Käufers vom Inhaber des Shops angenommen werde. Im konkreten Fall hatte ein Kunde acht Verpackungsgeräte zum Preis von 129 Euro pro Stück bestellt, woraufhin ihm Bestellbestätigungen zugestellt worden sind. Geliefert wurden dann nicht die Geräte, sondern die dazugehöreigen Akkus. Denn: Ein Verpackungsgerät kostete 1.250 Euro, ein Akku 129 Euro. Daher seien Akkus bestellt worden. Das sah auch das Gericht so. Ein Vertrag erfordere zwar Angebot und Annahme. Das Anbieten einer Ware auf der Homepage entspreche nur dem Auslegen von Waren in einem Supermarktregal und stelle kein Angebot dar. Auch die Bestellbestätigung bedeutet keine Annahme.Sie bestätigten nur den Eingang der Bestellung.

Az.: 281 C 27753/09

Topics
Schlagworte
Recht (12173)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »