Ärzte Zeitung online, 25.08.2010

Aids-Hilfe-Organisationen fordern Freispruch für Benaissa

BIELEFELD (dpa). Aids-Hilfe-Organisationen haben einen Freispruch für die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa gefordert. "Auch die Strafjustiz muss der Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit Rechnung tragen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Aids-Hilfe-Initiativen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die HIV- Prävention dürfe nicht nur einseitig den positiven Menschen aufgebürdet werden, forderten die drei deutschsprachigen Selbsthilfe-Verbände. Die Organisationen der drei Länder wollen ab Donnerstag in Bielefeld zu einer Konferenz zusammen kommen.

Für die Deutsche Aids-Hilfe ergänzte Sprecher Jörg Litwinschuh: "Die Verantwortung gilt selbstverständlich auch für den HIV-Positiven, aber nicht ausschließlich. Beide Partner sollten sich um Safer Sex bemühen".

Die Popsängerin, die sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten muss, hatte im Prozessverlauf Sex ohne Kondom gestanden. Sie hatte auch zugegeben, von ihrer Infektion gewusst zu haben. Ein Gutachter sagte im Darmstädter Verfahren aus, dass "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" festzustellen sei, dass die Sängerin die Quelle für die Infektion des Mannes sei. Dieser tritt als Nebenkläger auf.

Lesen Sie dazu auch:
Gutachter: Benaissa hat Sex-Partner angesteckt
Spurensuche im Fall Benaissa: War es wirklich ihr HI-Virus?

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