Ärzte Zeitung online, 13.09.2010

Mutter der toten Lea gesteht Vernachlässigung

WEIDEN (dpa). Mit einem Geständnis der Mutter hat der Prozess um den Tod der zweijährigen Lea aus dem bayerischen Tirschenreuth begonnen. Die 22 Jahre alte Mutter des Mädchens ließ am Montag vor dem Landgericht Weiden über ihre Anwältin erklären, sie habe den schlechten Gesundheitszustand ihrer Tochter aus Gleichgültigkeit verharmlost. Ihren Tod habe sie aber nicht gewollt.

Als Folge einer nicht erkannten und nicht behandelten Hirnhautentzündung litt Lea an erhöhtem Hirndruck, einem Wasserkopf und Mangelernährung. Zuletzt wog das fast dreijährige Mädchen nur noch 8,2 Kilogramm. Auch als das Kind eine beidseitige schmerzhafte Mittelohrentzündung bekam, hatte es die Mutter den Ermittlungen zufolge unterlassen, einen Arzt aufzusuchen. Lea starb in der Nacht zum 27. März an einer schweren Lungenentzündung.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter Misshandlung von Schutzbefohlenen, Verletzung der Fürsorgepflicht, gefährliche Körperverletzung und Urkundenfälschung vor. Oberstaatsanwalt Gerhard Heindl sprach von böswilliger Vernachlässigung. Die 22-Jährige hatte ihre Tochter demnach zuletzt im Herbst 2008 zu einer Vorsorgeuntersuchung gebracht. Das Urteil wird am 27. September erwartet.

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