Ärzte Zeitung online, 13.09.2010

Japanisches Gericht verurteilt Ausbeutung von Chinesen

TOKIO (dpa). Offiziell kamen sie zur Weiterbildung, in Wirklichkeit schufteten sie bis zum Umfallen: In Japan müssen eine Arbeitsvermittlung und eine Näherei Schadensersatz zahlen, weil sie Auszubildende aus China als billige Arbeitskräfte ausgebeutet hatten. Das Hohe Gericht in der südwestlichen Stadt Fukuoka bestätigte am Montag das entsprechende Urteil einer niedrigeren Instanz.

Demnach hatten die vier betroffenen Chinesinnen von 2006 an ein Jahr lang von halb neun morgens bis teils drei Uhr am nächsten Morgen zu extrem niedrigen Löhnen arbeiten müssen. Sie hatten nur zwei bis drei Tage im Monat frei. Die Vermittlungsagentur und die Näherei wurden zu 4,4 Millionen Yen (41 000 Euro) Schadensersatz verurteilt. Zudem müssen 12,8 Millionen Yen an Gehältern nachgezahlt werden.

Das Urteil wirft ein Schlaglicht auf ein umstrittenes Weiterbildungsprogramm, das vor 20 Jahren in Japan eingeführt wurde. Eigentlich sollen damit Menschen aus Schwellenländern zu Fachkräften ausgebildet werden. Kritikern zufolge lässt man die Teilnehmer des Programms aber oft zu Niedriglöhnen von 300 Yen (2,80 Euro) schuften. Einige sollen vor Überarbeitung gestorben sein.

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