Ärzte Zeitung online, 04.10.2010

Bier gegen Krebs: Verbraucherschützer mahnen Hersteller ab

BERLIN (dpa). Ein Bier gegen Krebs und Fruchtgummis als Schutz für Kinderzähne: Verbraucherschützer haben den markigen Werbesprüchen einiger Lebensmittelfirmen einen Riegel vorgeschoben. In vielen Fällen hätten die Klagen wegen Verbrauchertäuschung oder Irreführung der Käufer bei Gerichtsverhandlungen Erfolg gehabt, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Montag in Berlin mit.

Ein Dorn im Auge war den Verbraucherschützern zum Beispiel die Werbung von zwei Brauereien. Sie hatten behauptet, ihr Bier schütze vor Herzinfarkt und Magengeschwüren, sorge für reine Haut, mache Sportler schlau und könne gegen Krebs helfen. Diese Werbung sei nun eingestellt.

Die Verbraucherschützer gingen auch gegen irreführende Werbung für Kinderprodukte vor. So wurde ein Fruchtgummi mit hohem Säureanteil als "zahnschonend" verkauft. Der hohe Anteil "gesunder Milch" in einem Kindergetränk entpuppte sich größtenteils als Sahne. In einem Schokopudding mit "mit 75 Prozent Kakao in der Schokolade" fand sich viel - nur reichlich wenig Kakao.

Der Verband klagte auch gegen einen Hersteller von Dosenerbsen, der sein Produkt "Wasabi-Erbsen" nannte. In den Dosen finde sich kein Gramm des Gewürzes, das auch als japanischer Meerrettich bekannt ist, argumentierten die Verbraucherschützer. Der Hersteller habe sich "dreist" damit verteidigt, dass kaum jemand Wasabi kenne. Darum könne der Aufdruck auch keine Täuschung sein. Das Gericht habe den Verbraucherschutz jedoch höher bewertet, so der Verband.

Pressemitteilung des Bundesverbandes Verbraucherzentralen

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