Ärzte Zeitung online, 29.10.2010

Patient erhielt Blasenspülung mit ätzender Lösung - Lebensgefahr

BAD HOMBURG (gwa). Ein 85-jähriger Patient ist in den Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg bei einer Blasenspülung schwer verletzt worden und schwebt in Lebensgefahr. Offenbar kam es zu einer Verwechslung von Flüssigkeiten: Statt der vorgesehenen Blasenspülflüssigkeit wurde fälschlich eine "ätzende Lösung" verwendet.

Patient erhielt Blasenspülung mit ätzender Lösung - Lebensgefahr

Harnblase: In Bad Homburg wurde das Organ eines 85-Jährigen offenbar verätzt. Der Patient liegt jetzt im Koma.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die Kriminalpolizei Bad Homburg ermittelt in dem Fall wegen fahrlässiger Körperverletzung, wie Michael Greulich von der Pressestelle der Polizeidirektion Hochtaunus gegenüber der "Ärzte Zeitung" bestätigte. Der Vorfall ereignete sich bereits am 21. Oktober.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa liegt der 85-Jährige inzwischen in einer Gießener Klinik. Die "Bild" berichtet in ihrer Ausgabe am 29. Oktober, dass es sich bei der fälschlich verwendeten Flüssigkeit um das Lösungsmittel Xylol gehandelt haben könnte.

Eine Schwesternschülerin soll den Berichten zufolge nachts auf Anordnung einen Kanister mit Blasenspülflüssigkeit aus dem Lager der Klinik geholt haben. Der Kanister sei richtig beschriftet gewesen, habe aber die falsche Flüssigkeit enthalten.

Greulich bestätigte auf Anfrage lediglich, dass Flüssigkeiten verwechselt wurden. Weitere Angaben machte er mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Der Pflegedienstdirektor der Bad Homburger Hochtaunus-Kliniken, Peter Ruf, hat den Vorfall ebenfalls bestätigt. Bislang gibt es aber weder seitens der Kripo noch seitens der Klinik eine offizielle Bestätigung dazu, wie es zu der Verwechslung gekommen ist, noch, um welche ätzende Flüssigkeit es sich handelt.

Lesen Sie dazu das Update:
Blasenspülung mit Isopropanol: Falsche Beschriftung sorgt für Behandlungsfehler

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