Ärzte Zeitung online, 03.11.2010

Kassen müssen Kosten für Feuerwehr-Einsatz bei Dicken übernehmen

HALLE (dpa). Ist ein Patient so dick, dass er seine Wohnung vor der Fahrt ins Krankenhaus nur mit Hilfe der Feuerwehr verlassen kann, müssen gesetzliche Krankenkassen die Kosten übernehmen. Das Landessozialgericht in Halle entschied nach Angaben vom Mittwoch, dass es sich dabei um notwendige Fahrtkosten im Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung handelt.

Kassen müssen Kosten für Feuerwehr-Einsatz bei Dicken übernehmen

Adipöse müssen mitunter per Feuerwehr aus ihrer Wohnung auf den Op-Tisch gebracht werden - die Kosten dafür müssen die Kassen übernehmen.

© dpa

Das Gericht urteilte damit zugunsten eines Versicherten, der mehrmals mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Wegen seines starken Übergewichts konnte er seine Wohnung im ersten Stock aber nicht allein verlassen, sondern nur mit Hilfe von Feuerwehrmännern. Sie holten den Mann mittels Trage und Drehleiter aus der Wohnung und brachten ihn auch wieder zurück. Die Kasse wollte die Kosten zunächst nicht übernehmen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Az.: L 10 KR 59/08

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verursacht Kiffen Psychosen?

Wer kifft, trägt ein erhöhtes Psychoserisiko. Ob dies am Konsum von Cannabis liegt, ist aber alles andere als klar. Eine aktuelle Studie liefert immerhin neue Indizien. mehr »

Resistenzen behindern Kampf gegen TB

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten - ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete dafür harsche Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »