Ärzte Zeitung online, 17.11.2010

Kind stirbt: Dreieinhalb Jahre Haft für Anästhesist

HALLE (dpa). Nach dem Tod eines Zweijährigen nach einem Zahnarztbesuch hat das Landgericht Halle einen Narkosearzt zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Es sprach den 53 Jahre alten Mediziner aus Zeitz (Sachsen-Anhalt) am Mittwoch der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Mediziner soll dem Jungen 2009 für eine Kariesbehandlung eine Vollnarkose mit einem veralteten und für ein Kleinkind ungeeigneten Gerät gegeben haben. Der Junge wachte nicht mehr auf und starb zwei Tage später. Die Verteidigung hatte für den Arzt zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert.

Lesen Sie dazu auch:
Tod eines Zweijährigen: Narkosearzt vor Gericht - Mutter fassungslos

Topics
Schlagworte
Recht (12128)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »