Ärzte Zeitung online, 17.11.2010

Finanzgericht: Tischkickern ist Sport und daher gemeinnützig

KASSEL (dpa). Wer regelmäßig am Tischkicker spielt, betreibt Sport - und deswegen sind Verbände, die das Kickern fördern, gemeinnützig. Sie können somit ganz oder teilweise von den Steuern befreit werden. Das entschied das Hessische Finanzgericht in Kassel in einem Grundsatzurteil.

Denn nach Meinung des Gerichts handelt es sich bei wettkampfmäßigem Kickern um eine sportliche Betätigung. Unerheblich sei, dass weder der Landessportbund Hessen noch der Deutsche Olympische Sportbund den "Drehstangen-Tischfußball" als Sportart aufgenommen hätten

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage des Deutschen Tischfußballbundes (DTFB) statt, der Ausrichter und Organisator der Kicker-Bundesliga ist. Die Richter ließen jedoch zugleich wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache die Revision zum Bundesfinanzhof in München zu.

Der Kicker-Verband hatte sich dagegen gewandt, dass ihm das Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit mit der Begründung verweigert hatte, Tischfußball sei keine sportliche, sondern eine sonstige Freizeitbeschäftigung. Das Finanzgericht in Kassel sah die Sache anders und verglich Tischfußball mit Motorsport, Sportschießen, Segelfliegen, Billard oder Dart.

Az.: 4 K 501/09

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

Vergessen Sie keine Labor-Kennnummer!

Mit der Laborreform haben sich Änderungen bei den Ausnahmekennnummern ergeben. Um nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus zu gefährden, sollten Sie die neuen Regeln kennen - und insbesondere auf drei Punkte achten. mehr »

Ärzte wehren sich gegen Mehrarbeit für lau

Etwas mehr Geld für Hausbesuche, aber kaum mehr für die Ausweitung der Mindestsprechstunden - das bieten die Kassen an. Die Ärzte gehen auf die Barrikaden. mehr »