Ärzte Zeitung online, 30.11.2010

Gefälschte Studie: Ermittler prüfen Urkundenfälschung

FRANKENTHAL/LUDWIGSHAFEN (dpa). Bei den Ermittlungen gegen einen ehemaligen Ludwigshafener Chefarzt, der eine wissenschaftliche Studie gefälscht haben soll, geht die Staatsanwaltschaft Frankenthal nun auch dem Verdacht der Urkundenfälschung nach.

Eine Expertenkommission war zu dem Ergebnis gekommen, dass der ehemalige Chefarzt für Anästhesie des Klinikums Ludwigshafen bei der Studie Unterschriften von Co-Autoren gefälscht hatte (wir berichteten). Damit kämen nun auch "Urkundsdelikte" in Betracht, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig am Dienstag. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft allein wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt.

Wie berichtet, war eine Untersuchungskommission des Klinikums zu dem Schluss gekommen, dass der Arzt eine Studie gefälscht hat, die vergangenes Jahr in einem amerikanischen Fachmagazin erschienen war. In der Untersuchung wurden angeblich zwei Medikamente miteinander verglichen, die bei Herzoperationen mit einer Herzlungenmaschine verwendet werden. Eines der angeblich untersuchten Medikamente kam der Kommission zufolge gar nicht zum Einsatz, womöglich sei die ganze Studie überhaupt nicht durchgeführt worden. Außerdem habe der Arzt eine Reihe von Vorschriften nicht eingehalten.

Lesen Sie dazu auch:
Affäre um gefälschte Studie: "Nur die Spitze des Eisbergs"
Gefälschte Studie: Chefarzt aus Ludwigshafen verliert seinen Job

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »