Ärzte Zeitung online, 15.12.2010

Unternehmer wegen Millionenbetrugs mit Kaviar verurteilt

DÜSSELDORF (dpa). Für den Millionen-Schwindel mit einer Kaviarzucht ist ein Düsseldorfer Unternehmer zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach den 55-jährigen Kaufmann am Mittwoch wegen besonders schweren Betrugs schuldig.

Der Düsseldorfer hatte mit der Kaviarzucht Caviar Creator in Mecklenburg-Vorpommern noch bis 2008 Anlegergelder eingeworben, obwohl die Firma bereits Ende 2005 pleite war. 662 deutsche Anleger verloren 13,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft beantragt.

Aktionärsvertreter Moritz Wolf zeigte sich über das Urteil "entsetzt". Der tatsächliche Gesamtschaden liege bei fast 80 Millionen Euro. "Die Aktionäre sehen keinen Cent." Skandalös sei, dass nach den verschwundenen Millionen nicht gefahndet werde. Allein über seine offiziellen Chef-Bezüge habe der Kaufmann drei Millionen Euro aus dem Unternehmen gezogen.

Das Kapital von Caviar Creator sei Ende 2005 aufgebraucht gewesen, sagte Richterin Pascale Wierum. Den monatlichen Kosten von 200 000 Euro hätten "keine nennenswerten Einnahmen entgegengestanden".

Dennoch habe der Kaufmann "den Eindruck eines florierenden Unternehmens vermittelt und unrealistische Expansionspläne verkündet". So habe er den Anlegern für das Jahr 2007 "bei zurückhaltender Prognose" eine Ernte von 8,5 Tonnen Kaviar in Aussicht gestellt. Tatsächlich seien es 0,7 Tonnen gewesen. Der angebliche Einstieg von Großinvestoren habe nie bevorgestanden.

Insgesamt soll die Firma Caviar Creator von 2002 an bei rund 5000 Anlegern mehr als 50 Millionen Euro Kapital eingeworben haben. Bis Ende 2005 soll das Geld auch ordnungsgemäß investiert worden sein. Strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis des Angeklagten.

Der Haftbefehl wurde am Mittwoch außer Vollzug gesetzt. Er kann seine Reststrafe nach Weihnachten antreten, darf aber Deutschland nicht verlassen und nicht in seine Wahlheimat Las Vegas reisen.

Der Kaufmann hatte Aktionärsvorwürfe bestritten, wonach er sich an den Anlegergeldern bereichert habe. Dafür, so Anwalt Joachim Allbert, hätten umfangreiche Ermittlungen der Finanzbehörden keinerlei Hinweise gefunden.

Der 55-Jährige war im vergangenen November in den USA festgenommen und im Februar dieses Jahres an die deutsche Justiz ausgeliefert worden.

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