Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Pfingst-Absturz: Air France muss 550 000 Euro an Angehörige eines Opfers zahlen

RIO DE JANEIRO (dpa). Rund eineinhalb Jahre nach dem Absturz einer Airbus-Maschine, die auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris war, muss die Fluggesellschaft Air France 1,2 Millionen Reais (550 000 Euro) an die Familie eines brasilianischen Opfers zahlen. Das entschied ein Gericht in Niteroi bei Rio de Janeiro.

Die Klage war von den Eltern und Großeltern der 31-jährigen Luciana Clarkson Seba eingereicht worden. Sie war bei dem Flug mit ihrem Mann Paulo und ihren Schwiegereltern ums Leben gekommen.

Bei dem Unglück starben am 1. Juni 2009 insgesamt 228 Menschen, darunter 28 Deutsche. Das Wrack der Maschine wurde bis heute nicht gefunden. Nach dem Urteil des Gerichtes erhalten die Eltern der Frau jeweils 510 000 Reais (rund 229 000 Euro) und die Großeltern je 102 000 Reais (knapp 46 000 Euro). Zudem muss Air France für die Mutter eine monatliche Rente in Höhe von 5000 Reais (2248 Euro) zahlen. Air France wollte das Urteil nicht kommentieren.

Für den Richter Alberto Republicano de Macedo rechtfertigt das "tiefe Leid" durch den Verlust eines Familienangehörigen die Schadenersatzzahlung. Zwar könne ein Unglück als unvorhersehbar angesehen werden, aber nie als unvermeidbar, hieß es in dem Urteil, das am Montag auf der Internetseite des Gerichtes eingestellt wurde. Das Unglück stelle zudem einen Verstoß gegen die in Beförderungsverträgen zugesicherte Unversehrtheit der Passagiere dar.

Das Wrack und die Flugschreiber der Maschine mit der Flugnummer AF-447 blieben bislang trotz mehrerer Suchaktionen vorschollen. Eine neue Suche soll möglicherweise im Februar 2011 beginnen. Lediglich 51 der 228 Opfer wurden nach dem Absturz am Pfingstmontag 2009 tot im Wasser entdeckt: Von den 28 Deutschen im Flugzeug wurden sechs tot geborgen.

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