Ärzte Zeitung, 19.01.2011

Kasse muss suprapubischen Katheter bezahlen

BREMEN (eb). Das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen hat bestätigt, dass Krankenkassen ihren Patienten eine Versorgung mit einem suprapubischen Katheter uneingeschränkt bezahlen müssen.

Wie bereits das SG Lüneburg (Az.: S 16 KR 61/07) und das SG Aurich (Az.: S 8 KR 45/10) hat nun auch das LSG Niedersachsen-Bremen entschieden - dass die Krankenkasse ihrem Versicherten die ärztlich verordnete, dringend notwendige Häusliche Krankenpflege zu Unrecht abgelehnt hatte.

Wie der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) mitteilt, stellte das Gericht klar, dass die Versorgung eines suprapubischen Katheters eine Leistung der Häuslichen Krankenpflege gemäß Paragraf 37 SGB V ist. Dies gelte auch dann, wenn keine frische Wunde oder entzündliche Veränderung der Austrittsstelle des Schlauches vorliegt.

Wie der bpa weiter mitteilt, war der Patient zum Zweck der künstlichen Abführung auf die Versorgung eines suprapubischen Katheters durch einen ambulanten Pflegedienst angewiesen. Trotz der eindeutigen Rechtslage hatte sich die Krankenkasse geweigert, die Kosten hierfür zu übernehmen.

Die Krankenkasse hatte sich wie einige andere Kassen geweigert, die Kosten zu übernehmen, obwohl die Versorgung eines suprapubischen Katheters in der Richtlinie für die Krankenkassen ausdrücklich in Form des Verbandswechsels genannt ist.

Dabei hatte sie sich auch auf ein MDK-Gutachten berufen. Eine behandlungspflegerische Maßnahme sollte danach nur bei einer frischen Wunde nach dem Anlegen des Katheters oder bei einer entzündlichen Veränderung der Austrittsstelle vorliegen; ansonsten sollte es sich um eine Leistung der Grundpflege handeln, deren Kosten nicht von der Krankenkasse zu übernehmen seien.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[20.01.2011, 08:23:38]
Alfred Besand 
Kasse muss suprapubischen Katheter bezahlen
Suprapubische Katheter fallen schon immer bei entsprechender Indikation unter die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen. Beim Legen eines suprapubischen Katheter handelt es sich um eine ärztliche
Tätigkeit die nicht vom Pflegepersonal ausgeführt werden darf.Der Arzt der einen suprapubischen Katheter bei seinen Patienten in Heimen Legen muss,hat diesen Katheter als SSB (Sprechstundenbedarf)zu verordnen.Bei
transurethralen Katheter sieht das anders aus, hier verordnet der Arzt bei entsprechender mediz. Indikation diesen auf Namen des Versicherten und dieser kann durch Pflegepersonal gelegt werden.
Aus vorg.Gründen kann ich die Entscheidungen der Gerichte nicht nachvollziehen es sei denn hier hätte ein Arzt den suprapubischen Katheter gelegt.

Alfred Besand zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »