Ärzte Zeitung online, 07.03.2011

Kommentar

Vertrauen für die Ärzte

Von Martin Wortmann

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Nein. Das ist Behördendenken. Und das war gestern. Fachgebiet, Weiterbildung - alles wichtig, alles gut und schön.

Und doch: Im Rahmen ihrer Approbation dürfen Ärzte im Grundsatz alles, was sie sich selbst zutrauen. Vertrauen ist gut. Punkt. Kein Geringerer als das Bundesverfassungsgericht sieht das so. Ohne Vertrauen ist eine freiheitliche Gesellschaft eben nicht denkbar.

In der Vertrauensskala der Bürger steht der Arzt-Beruf mit ganz oben. Und nun sagt das Bundesverfassungsgericht: Ärzte wissen, was sie können. Wenn die Patienten vertrauen, sollten Staat und Selbstverwaltung das auch.

Konkret: Ein Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg darf auch Schönheitsoperationen machen, wenn er Patienten hat, die das so wünschen.

Der Fall liegt weitab der Probleme der meisten Ärzte. Doch die Auswirkungen reichen in jede Praxis hinein. Für die Behandlung von Selbstzahlern und auch von Privatversicherten hat das Bundesverfassungsgericht die Spielräume deutlich erweitert. Vertrauen auf Seiten der Patienten, Ehrlichkeit und Weiterbildung auf Seiten der Ärzte - das ist ein vielversprechendes Konzept. Und: Vertrauen, das tut einfach gut.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Ein Arzt darf, was er kann - auch außerhalb des Fachgebiets

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