Ärzte Zeitung, 16.03.2011

Kontoraub-Opfer scheitert mit Strafanzeigen

BREMEN (stg). Deutsche Strafermittler sind offenbar machtlos gegen "Kontoräuber", die unerlaubt Gelder von fremden Konten abbuchen. Eine Bremer Lehrerin, die das Opfer solcher Betrügereien wurde, ist jetzt jedenfalls mit ihren Strafanzeigen gescheitert.

Die Schweizer Inkassofirma Eurobill hatte mehrfach offenbar unberechtigt Gelder vom Konto der 59-Jährigen abgebucht, angeblich für die Nutzung kostenpflichtiger Websites (wir berichteten).

Die Lehrerin, die nie solche Websites genutzt haben will, konnte über ihre Bank die Beträge zwar wieder zurückholen; dafür erhielt sie aber mehrfach Mahnschreiben der Münchener Anwaltskanzlei Auer/Witte/Thiel, die in Eurobills Auftrag diese Summen doch noch eintreiben wollte. Die Lehrerin erstattete schließlich Anzeigen wegen betrügerischer Abbuchungen und gegen die Anwälte wegen Beihilfe zum Betrug.

Die Verfahren wurden jetzt jedoch eingestellt. Eurobill sei offenbar nur von unbekannten Rechnungsstellern als Abrechnungsfirma missbraucht worden, sagte ein Bremer Justizsprecher. Zuvor hatten bereits Münchener Staatsanwälte das Verfahren gegen die Mahnanwälte eingestellt: Sie hätten "im guten Glauben" gehandelt, dass die Bremerin tatsächlich kostenpflichtige Internetangebote genutzt habe.

Auch eine standesrechtliche Beschwerde der Lehrerin bei der Rechtsanwaltskammer München blieb erfolglos. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, "dass wir an die Feststellungen im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gebunden sind und deshalb kein berufsrechtliches Verfahren gegen die Kanzlei einleiten".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »