Ärzte Zeitung online, 24.03.2011
 

Nach Op: Arterienklemme im Bauch vergessen

HOLZMINDEN (dpa). Ärzte des evangelischen Krankenhauses Holzminden haben während einer Op eine 16 Zentimeter lange Arterienklemme im Bauch einer Patientin vergessen.

Nach Op: Arterienklemme im Bauch vergessen

Op-Besteck kurz vor dem Einsatz: In Holzminden wurde nach der Op eine Gefäßklemme im Unterleib einer Frau vergessen.

© Thomas Frey / imago

Nach einer gynäkologischen Operation im Mai 2010 hatte die Frau monatelang unter extremen Schmerzen gelitten. Klinik-Geschäftsführer Marco Ellerhoff bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte.

Zu Details wollte er sich nicht äußern. Die Arterienklemme wurde erst nach neun Monaten lokalisiert und dann in einer anderen Klinik aus dem Bauch der 49-Jährigen entfernt. Der verantwortliche Operateur werde das niedersächsische Krankenhaus verlassen, kündigte Ellerhoff an.

Der Klinik-Geschäftsführer wollte sich zunächst nicht dazu äußern, wie es dazu kommen konnte, dass die Klemme vergessen wurde wurde. Die Frau sagte dem "Westfalen-Blatt", die Wunden seien nicht verheilt und sie habe unter der Haut etwas Hartes gespürt.

Statt ihr zu helfen, habe der operierende Arzt sie als Hypochonder dargestellt. Sie sei beruhigt und vertröstet worden. Erst als sich der Chefarzt im Februar dieses Jahres eingeschaltet habe, sei die Ursache aufgeklärt worden.

Das evangelische Krankenhaus wolle sich nun darum kümmern, dass die Patientin möglichst schnell zumindest finanziell entschädigt werde, sagte Ellerhoff. "Wir sind mit unserer Versicherung im Gespräch und auch mit der Patientin".

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