Ärzte Zeitung, 05.04.2011

Ankläger hält griechische Sprinter für schuldig

ATHEN (dpa). Im Meineid-Prozess gegen das griechische Sprinter-Duo Ekaterini Thanou und Konstantinos Kenteris hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag die Verurteilung aller Beschuldigten verlangt.

Die Ex-Athleten, ihr Trainer Christos Tzekos, sechs Ärzte sowie Augenzeugen eines angeblichen Unfalls seien wegen falscher Angaben schuldig. "Es gab gar keinen Unfall", sagte Staatsanwalt Giorgos Petros in seinem Plädoyer.

"Es gab auch keinen Grund, sie ins Krankenhaus aufzunehmen." Die griechische Justiz kam zu dem Schluss, dass Kenteris und Thanou einen Motorradunfall am 12. August 2004, einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele, nur vorgetäuscht hätten, um sich einer Dopingkontrolle zu entziehen.

Das betonte der Ankläger erneut vor Gericht. Beide Gold-Kandidaten mussten ihre Olympia-Akkreditierungen abgeben und durften nicht an den Spielen teilnehmen.

Als mildernd wertete Staatsanwalt Petros die Tatsache, dass die beiden Athleten stark unter dem Einfluss ihres Trainers Christos Tzekos gestanden hätten.

Er trage die Hauptverantwortung für den Fall und habe ihnen nach der verpassten Doping-Kontrolle vorgeschlagen, den Unfall zu inszenieren, um anschließend ins Krankenhaus gebracht zu werden. Die dortigen Ärzte hätten nicht gewusst, wie sie sich verhalten sollten, da die Sportler zu diesem Zeitpunkt als "Helden einer Saga" galten.

Topics
Schlagworte
Recht (12955)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »