Ärzte Zeitung online, 14.04.2011

Vorerkrankung verschwiegen: Versicherungsschutz erlischt

FRANKFURT/MAIN (dpa). Wer chronische und schwere Vorerkrankungen verschweigt, riskiert seinen Versicherungsschutz.

In einem solchen Fall hat eine Versicherung das Recht, Leistungen zu verweigern, wie aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) in Frankfurt am Main hervorgeht.

Nach Auffassung des Gerichts spricht in diesen Fällen vieles für eine arglistige Täuschung, so dass die Versicherung auch nachträglich den Versicherungsvertrag anfechten darf.

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage einer Frau gegen ihre Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Die Klägerin hatte bei Abschluss des Vertrages verschwiegen, dass sie an einem sogenannten Skidaumen litt, einem Bänderriss im Grundgelenk des Daumens.

Als die Frau berufsunfähig wurde, erklärte die Versicherung die Anfechtung des Vertrages, weil sie inzwischen von der nicht angegebenen Vorerkrankung erfahren hatte. Die Frau gab an, sie habe ihr Leiden nicht absichtlich verschwiegen.

Trotzdem gab das OLG der Versicherung Recht. Sie dürfe davon ausgehen, dass die Klägerin die langwierige und schmerzhafte Verletzung bewusst verschwiegen habe. Es sei daher gerechtfertigt, von Arglist auszugehen.

Az.: 7 U 90/09

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »