Ärzte Zeitung online, 13.05.2011

Deutscher Arzt wegen Totschlags in Niederlanden vor Gericht

MIDDELBURG (dpa). Ein Neurochirurg aus Essen muss sich derzeit in den Niederlanden vor Gericht behaupten. Laut Anklage soll er versucht haben, eine 17-jährige deutsche Urlauberin zu vergewaltigen und zu töten.

Die Staatsanwaltschaft forderte am Freitag (13. Mai) vor dem Gericht in Middelburg (Provinz Seeland) eine vierjährige Haftstrafe wegen versuchten Totschlags. Der 29-jährige Arzt hatte immer wieder seine Unschuld beteuert.

Nach Darstellung der Anklage hat Ryan N. die junge Frau am Abend des 26. August 2010 unweit eines Campingplatzes bei der Ortschaft Renesse in der Ferienprovinz Seeland überfallen und zu vergewaltigen versucht.

Neurochirurg wollte nach eigenen Angaben nur Nothilfe leisten

Er habe die 17-Jährige gewürgt und dann versucht, sie in einem Wassergraben zu ertränken. Von zwei anderen Frauen alarmierte Polizisten stießen in einem Gebüsch auf N. sowie die bewusstlose Frau. Diese identifizierte den Arzt später als den mutmaßlichen Täter.

Der Neurochirurg machte geltend, er habe die leblose Frau in einem Graben gefunden und lediglich versucht, Nothilfe zu leisten.

Die Beamten sagten aus, N. sei in Panik gewesen, als sie ihn entdeckten. Zuvor hatten zwei Radfahrerinnen beobachtet, wie ein Mann im Dunkeln einen leblosen Körper schleppte. Sie radelten zur nächsten Wache und schlugen Alarm.

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