Ärzte Zeitung online, 23.05.2011

Millionen-Betrug auf Rezept: Fast sieben Jahre Knast für Apotheker

BERLIN (eb). Ein Berliner Apotheker muss für fast sieben Jahre ins Gefängnis, weil er Rezepte abgerechnet hat, ohne die Medikamente ausgegeben zu haben. Damit richtete er bei den Krankenkassen einen Schaden von fast elf Millionen Euro an.

Millionen-Betrug auf Rezept: Fast sieben Jahre Knast für Apotheker

Das Landgericht Berlin (hier der Standort in Moabit) verurteilte den Apotheker wegen schweren Betrugs zu einer langen Gefängnisstrafe.

© Schöning/imago

Wie mehrere Berliner Medien berichteten, sprach das Landgericht Berlin den 66-Jährigen schuldig, zwischen 2007 und 2009 im großen Stil falsch abgerechnet zu haben.

Wegen schweren Betrugs muss der Apotheker, der sein Geschäft am Kurfürstendamm betrieb, für sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Rezepte von HIV-Patienten abgekauft

Bis zu 100 Rezepte reichte der Apotheker im Monat bei den Krankenkassen für teure HIV-Medikamente ein, ohne dass er die Präparate tatsächlich ausgab.

Die Rezepte kaufte er HIV-Patienten ab - für bis zu 500 Euro pro Beleg. Bei den Krankenkassen rechnete er Summen zwischen 1500 und 300 Euro ab. So seien bis zu 600.000 Euro monatlich falsch abgerechnet worden, hieß es.

"Bedenkenlos ist er von dem abgewichen, was man von einem Apotheker verlangt", sagte die Richterin laut Berliner Zeitungen.

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