Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

5200 Euro für ein Handy sind keine Betriebsausgaben

NEUSTADT (mwo). Die Kosten für ein Luxushandy sind in der Regel keine Betriebsausgaben. Vorlieben für Luxus sind vielmehr Privatsache, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße. Es wies damit einen Zahnarzt ab, der ein Handy zum Preis von 5200 Euro von der Steuer absetzen wollte.

Das handgefertigte Nobelhandy war unter anderem mit Gold, Platin und Diamanten verarbeitet. Der Zahnarzt machte geltend, er habe ein Handy kaufen wollen, das besonders lange hält.

Doch nur um die Erreichbarkeit an jährlich zwei bis drei Bereitschaftswochenenden zu gewährleisten, wollte das FG lediglich einen einmaligen Pauschalbetrag von 300 Euro anerkennen. 5200 Euro über drei Jahre abzuschreiben, sei schlicht "unangemessen".

Der Hang zum Luxus sei "jedenfalls nicht allein durch betriebliche Notwendigkeiten zu erklären". Auch nach "Anschauung breitester Bevölkerungskreise" sei eine Steuervergünstigung für ein derart teures Handy wohl "nicht nachvollziehbar".

Die angeblich längere Haltbarkeit sei schon deshalb kein Argument, weil der Zahnarzt selbst von einer auch für normale Handys üblichen Abschreibungsdauer von drei Jahren ausgegangen sei.

Die Revision gegen sein Urteil vom 14. Juli 2011 ließ das FG nicht zu. Dagegen kann der Zahnarzt aber noch Beschwerde beim Bundesfinanzhof einlegen.

Az.: 6 K 2137/10

[06.08.2011, 19:49:28]
Rudolf Egeler 
Luxushandy
Eine andere als die ausgesprochene FG-Entscheidung hätte mich sehr er - staunt.Dass überhaupt ein Mobiltelefon, das nur wenige mal im Jahr beruf- lich zum Einsatz kommt ( die übrige Zeit liegt es wohl im heimischen Tre- sor? ), mit 300 Euro steuerlich abzugsfähig ist, ist eine extrem großzü- gige Auslegung des FA. zum Beitrag »

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