Ärzte Zeitung online, 18.10.2011

Transplantationsarzt Broelsch ist jetzt im Gefängnis

BIELEFELD (dpa). Der wegen mehrerer Straftaten zu drei Jahren Gefängnis verurteilte einstige Star-Chirurg Professor Christoph Broelsch hat seine Haftstrafe in Bielefeld angetreten.

Der ehemalige Leibarzt von Johannes Rau sei seit dem 10. Oktober in der Justizvollzugsanstalt, sagte deren Leiter Uwe Nelle-Cornelsen am 18. Oktober und bestätigte damit Medienberichte.

Der 67-Jährige müsse aufgrund seines Alters nicht mehr arbeiten, habe aber um eine Beschäftigung in der Tischlerei der Haftanstalt gebeten.

Das Essener Landgericht hatte es als erwiesen angesehen, dass Broelsch Patienten versprochen hatte, sie gegen "freiwillige Spenden" frühzeitig und persönlich zu behandeln. Es verurteilte den Mediziner im März 2010 wegen Steuerhinterziehung, Bestechlichkeit, Nötigung und Betrugs zu drei Jahren Haft.

Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof scheiterte.

Derzeit läuft am Essener Landgericht noch ein Gnadengesuch.

[18.10.2011, 20:00:03]
Dipl.-Psych. Roberto Rotondo 
Prof. Broelsch und sein neues Betätigungsfeld in der Tischlerei der Haftanstalt
Sein neues Betätigungsfeld in der Tischlerei der Haftanstalt passt zu seiner Tätigkeit in der Transplantationsmedizin.

Prof. Land, 1998 Transplanteur in München, schrieb 1994 im Dialyse-Journal 49/1994
auf S. 34:

"Vielleicht kann ein zu explantierendes Organ bei einem Toten mit einem
Stück Holz verglichen werden, das man im Wald finden kann. Es ist
zunächst als Sache nutzlos und hat keinen Wert. Ein Holzschnitzer aber
hebt es auf, schnitzt ein Kunstwerk daraus. Es ist nun wertvoll, und es
gehört ihm, da er das Kunstwerk geschnitzt hat. Einige
Transplantationschirurgen vergleichen sich mit derartigen
Holzschnitzern: Der Chirurg macht durch sein chirurgisches Geschick das
Organ erst zu einem transplantablen und damit wertvollen Organ."
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