Ärzte Zeitung online, 21.10.2011

Brasilien: Nierenhandel - Haftstrafen für Ärzte

SãO PAULO (dpa). In Brasilien sind drei Ärzte zu langen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie Mitte der 1980er Jahre vier noch lebenden Patienten Nieren für Organ-Transplantationen entfernten.

Die Patienten starben an den Folgen dieser Operationen. Ein Gericht in Taubaté, rund 140 Kilometer von São Paulo entfernt, verurteilte die Mediziner zu je 17 Jahren und sechs Monaten Haft. Die Taten stehen im Zusammenhang mit illegalem Organhandel.

Gegen die am späten Donnerstagabend ergangene Entscheidung ist Berufung möglich. Die Verurteilten bleiben solange auf freiem Fuß. Die Verbrechen wurden vom September bis Dezember 1986 begangen.

Laut Staatsanwaltschaft täuschten die Ärzte damals vor, dass die Patienten bereits hirntot seien, um von den Familien die Erlaubnis zu bekommen, die Nieren zu entfernen. Die Organe sollen an private Kliniken in São Paulo geliefert worden sein.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

TK-Versicherte erhalten E-Akte

Die Techniker Krankenkasse hat mit TK-Safe ihre bundesweite elektronische Gesundheitsakte vorgestellt. Patientenschützer und die Verbraucherzentralen pochen auf hohe einheitliche Standards. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Klinikpatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten aber Kopfzerbrechen. mehr »