Ärzte Zeitung online, 02.11.2011

Euthanasie-Befürworter entgeht Prozess

WELLINGTON (dpa). Ein neuseeländischer Professor, der für Euthanasie eintritt und seiner todkranken Mutter auf deren Wunsch Morphin gegeben hat, muss sich nicht mehr wegen Mordversuchs verantworten.

Am Mittwoch, dem vierten Tag des Prozesses, änderte die Staatsanwaltschaft in Dunedin überraschend ihre Anklage.

Professor Sean Davison (50) wurde stattdessen nur noch vorgeworfen, seine Mutter zum Suizid angestiftet und mit Medikamenten versorgt zu haben, berichtete die Zeitung "Otago Daily Times" auf ihrer Webseite.

Der Professor erklärte sich schuldig und wird am 24. November verurteilt. Der Richter deutete an, dass Davison seine Strafe womöglich mit einer elektronischen Fußfessel zu Hause verbüßen kann. Davisons Anwalt bezeichnete die Wendung als Quasi-Freispruch.

Mit Morphium umgebracht

Davisons Mutter Patricia (85) hatte Krebs. Die Ärztin und Psychologin bat ihren Sohn 2006 um Morphium. Sie beging damit eine Selbsttötung. Davison hat später ein Buch über die Zeit geschrieben.

"Sie und ich, wir haben darüber gesprochen und waren wie viele Leute der Überzeugung, dass das Gesetz freiwillige Euthanasie unter bestimmten Umständen zulassen soll", schrieb er darin.

Die Anklage stützte sich auf Angaben, die in ersten Entwürfen für das Buch enthalten waren.

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