Ärzte Zeitung, 21.02.2012

Sonntags- und Nachtzuschläge sind einzeln abzurechnen

MÜNCHEN (mwo). Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind nur dann steuerfrei, wenn sie konkret abgerechnet werden.

Eine Einzelabrechnung ist "grundsätzlich unverzichtbar", heißt es in einem jetzt schriftlich veröffentlichten Leitsatzurteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in München. Bis zum jährlichen Abschluss des Lohnkontos kann der Arbeitgeber allerdings Abschläge zahlen, wenn diese dann verrechnet werden.

Im Streitfall hatte der Arbeitgeber monatlich gleichbleibende Zuschläge gezahlt, ohne zu belegen, in welchem Umfang die Arbeitnehmer überhaupt zuschlagspflichtig gearbeitet haben. Nach einer Betriebsprüfung erkannte das Finanzamt daher die Steuerfreiheit der vermeintlichen Zuschläge nicht an.

Ausnahme: Wenn Arbeitnehmer nur nachts arbeitet

Zu Recht, wie nun der BFH entschied. Zwar habe der Arbeitgeber die Zuschläge unstreitig zusätzlich zum Grundlohn gezahlt. Solche Zuschläge könnten aber nur dann als steuerfrei anerkannt werden, "wenn sie durch Einzelabrechnung der tatsächlich geleisteten Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit zugeordnet werden".

Nach dem Münchener Leitsatzurteil kann nur in einem einzigen Ausnahmefall auf die Einzelabrechnung verzichtet werden: wenn ein Arbeitnehmer fast ausschließlich nachts arbeitet und der Zuschlag von vornherein passend zu seiner nächtlichen Arbeitszeit berechnet ist.

Az.: VI R 18/11

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »