Ärzte Zeitung, 27.02.2012

Sozialbetrug mit nicht vorhandener Erblindung

ROM (dpa). Eine fortschreitende Erblindung hat ein Römer in den vergangenen 25 Jahren den Behörden vorgetäuscht - und Hunderttausende Euro als Invalidenrente und für Blindenbegleitung kassiert.

Nun kamen die Behörden dem inzwischen 65-jährigen "Blinden" mit Überwachungskameras auf die Schliche, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag berichtete.

Aufnahmen zeigten, wie sich der Mann frei im chaotischen römischen Verkehr bewegte, ohne Begleitung in Gärten spazieren ging und bei der Post seine Invalidenrente abholte.

Samt Zinsen wollen die Behörden nahezu 400.000 Euro zurückhaben. Ärzte sollen ihm eine Behinderung bis hin zur völligen Erblindung bescheinigt haben.

[28.02.2012, 14:24:50]
Dr. Horst Grünwoldt 
Soziales
Dort, wo für "Soziales" der halbe Staatshaushalt zum Einsatz kommt -wie in Deutschland- ist wohl die Gefahr der Erschleichung von ungerechtfertigten Leistungen zu Lasten der steuerzahlenden Allgemeinheit groß.
Manchmal fragt man sich: Wie kann das ein Wohlfahrts-System ohne Vernachlässigung anderer Bereiche auf Dauer aushalten?
Es gibt da ja auch noch die vielzitierten "Schlupflöcher", ohne daß diese unter den Betrugsverdacht fallen.
Dazu kann man nach m.E. auch das bei uns aufgeblähte Vereinswesen zählen.
Es ist schon erstaunlich, wie leicht man bei der -ansonsten rigiden- Finanzverwaltung einen sog. "gemeinnützigen Verein (e.V.)" für alles denkbar "Exotische" steuerbefreiend bescheinigt bekommt!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »