Ärzte Zeitung, 03.10.2012

Erste Hilfe

Sanitäter sollen nicht an Schweinen üben

GERA (dpa). Rettungssanitäter werden die Behandlung schwerer Verletzungen nicht an lebenden Schweinen üben.

In einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Gera zog am Dienstag eine Firma aus Ronneburg ihre Klage gegen das Land Thüringen zurück, das diesen Plan verboten hatte.

Den Schweinen sollten unter Narkose Schuss- und Stichverletzungen, aber auch Amputationen zugefügt werden. Vor Gericht bezweifelten aber Gutachter den Nutzen.

Als das Gericht zu erkennen gab, dass es sich dieser Ansicht anschließen werde, zog die Firma die Klage zurück. Bisher gab es solche Übungen für Sanitäter nicht. Ärzte üben nach Angaben aus dem Verfahren an lebenden Schweinen gelegentlich Beatmungstechniken.

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[16.10.2012, 14:22:10]
Dr. Horst Grünwoldt 
Unsinnige Tierversuche
Es beginnt schon mit dem unsinnigen Wort/Begriff "Tiermodell" in der tierexperimentellen Versuchstierforschung. Jede Art von Tieren, insbesondere in der höheren Wirbeltier-Reihe, stellt niemals ein "Modell" für irgendein anderes Lebewesen dar. Es ist in allen seinen harmonisch abgestimmten Körper- und Sinnesfunktionen "unique"!
Rettungs-Sanitäter sollten sich demgemäß nicht an artifiziell schwer verletzten/traumatiiserten Schweinen in ihren Erstmaßnahmen üben, sondern sich im wahren Leben (in der Notaufnahme und dem OP) mal des öfteren weiterbildend umsehen.
Den größten (unethischen) Tierversuchs-Unsinn habe ich als jüngerer Tierarzt in einem öffentlich geförderten (Auftrags-)Forschungs-Institut in Frankfurt am Main erlebt, wo im Auftrag der Bundeswehr Schweine auf höchst qualvolle Art an einer Unterwasser-Cobalt-"Kanone" nuklear bestrahlt wurden, bis sie schwerste radioaktiv- thermische Schäden erlangten. Das geschah noch in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und genehmigt durch die Aufsichtsbehörde, obwohl vergleichbare Strahlenschäden an Menschen schon seit dem US-amerikanischen Atombomben-Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki (1945) an zehntausenden Opfern bekannt geworden waren.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock
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