Ärzte Zeitung online, 19.12.2013

Schleswig-Holstein

Psychotherapeut wegen Missbrauchs von Patientinnen verurteilt

Zwei Jahre Haft auf Bewährung verhängten die Richter gegen einen Psychotherapeuten aus Schleswig-Holstein. Der Therapeut soll zehn Frauen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren unsittlich berührt und dies als Therapie deklariert haben.

ITZEHOE. Wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen ist ein Psychotherapeut aus Schleswig-Holstein zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 33.000 Euro Schmerzensgeld an seine Opfer zahlen.

Nach Angaben des Richters vom Landgericht Itzehoe hatten sich die Prozessbeteiligten bereits vor Beginn des Verfahrens im Falle eines Geständnisses auf das Strafmaß geeinigt.

Entsprechend räumte der Angeklagte vor Gericht die Vorwürfe ein. Danach hatte er in seiner Praxis in Quickborn von 2009 bis 2011 zehn Frauen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren unsittlich berührt und dies als Therapie deklariert.

Dazu kamen weitere acht junge Patientinnen, die aus prozessökonomischen Gründen nicht in der Anklageschrift auftauchten. In manchen Fällen waren seine Opfer wegen eines früheren sexuellen Missbrauchs bei ihm zur Behandlung gewesen. Insgesamt gestand der Angeklagte 26 Taten.

Angeklagter dokumentierte Übergriffe per Videokamera

Seine Übergriffe dokumentierte der Angeklagte mit einer versteckten Videokamera und speicherte sie auf seinem Computer ab. Die Fotos und Filme packte er zum Teil in ein Verzeichnis mit gewaltverherrlichenden Pornofilmen. Die Ermittler hatten die heimlich aufgenommenen Bilder auf seiner Festplatte gefunden.

Die Taten wurden bekannt, als eine seiner Patientinnen - eine Arzthelferin - ihrem Chef von den Vorfällen bei den Behandlungen berichtete. Dem Therapeuten wurde mittlerweile die Approbation entzogen.

Der Therapeut ist nach eigenen Angaben mittlerweile selbst in Therapie. "Es tut mir sehr leid, was ich meinen Patientinnen, meinem Berufsstand und meiner Familie angetan habe", sagte er. (dpa)

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