Ärzte Zeitung, 27.01.2014

Brustimplantate

TÜV zahlt 5,7 Millionen Euro an PIP-Opfer

KÖLN/AIX-EN-PROVENCE. Der TÜV Rheinland zahlt an rund 1700 Opfer des PIP-Brustimplantate-Skandals vorläufig je 3400 Euro aus.

Die vorläufige Überweisung der insgesamt 5,7 Millionen Euro sei die Voraussetzung dafür, dass ein Berufungsgericht in Aix-en-Provence den Einspruch gegen ein Urteil des Handelsgerichts Toulon weiter verfolge, teilte der deutsche Prüfdienstleister am Freitag mit. Dies sei eine Besonderheit des französischen Rechts.

Der TÜV Rheinland war im vergangenen Jahr in Toulon dazu verurteilt worden, rund 1700 Frauen je 3000 Euro Schadensersatz und 400 Euro Anwaltskosten zu zahlen. Aus Sicht des Gerichts verletzte der TÜV bei der Arbeit für den französischen Implantate-Hersteller PIP seine "Pflicht zur Kontrolle und Wachsamkeit".

Das Kölner Unternehmen sieht sich hingegen selbst als PIP-Opfer, was mehrere Gerichte in Deutschland und Frankreich bereits bestätigt haben. Weltweit haben Chirurgen Schätzungen zufolge Hunderttausenden Frauen Brustimplantate aus billigem Industrie-Silikon implantiert, in Deutschland sind mehr als 5000 Frauen betroffen.

An der Klage in Frankreich beteiligen sich allerdings vor allem Frauen aus Kolumbien. Sollte der TÜV mit der Berufung Erfolg haben, könnte er das Geld von den Opfern wieder zurückfordern. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »