Ärzte Zeitung App, 13.08.2014

kinesiologie

Werbung nur mit Nennung der Gegenmeinung

KÖLN. Anbieter von kinesiologischen Behandlungen dürfen nicht mit fachlich umstrittenen Wirkungsangaben werben, wenn sie nicht zugleich auf Gegenmeinungen hinweisen. So entschied das Oberlandesgericht Hamm (OLG) in einem rechtskräftigen Urteil.

Ein Wettbewerbsverein hatte eine Kinesiologin wegen irreführender Heilmittelwerbung verklagt. Der Vorwurf: Das Behandlungsverfahren sei zu Diagnosezwecken ungeeignet und in der therapeutischen Wirksamkeit nicht belegt. Das Landgericht und das OLG folgten der Einschätzung.Die Frau hatte untern anderem mit der Aktivierung von Selbstheilungskräften und Hilfe bei Allergien geworben.

Für gesundheitsbezogene Werbung gelten strenge Regeln, betonte das OLG. Sie sei nur zulässig, wenn sie gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis entspricht. "Unzulässig ist es außerdem, wenn mit einer fachlich umstrittenen Meinung geworben wird, ohne die Gegenmeinung zu erwähnen", heißt es in dem Urteil.

Das führe zu einer Umkehr der Beweislast. Den Beweis der Richtigkeit ihrer Aussagen habe die Kinesiologin aber nicht erbringen können, urteilten die Richter. (iss)

Az.: 4 U 57/13

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »