Ärzte Zeitung online, 20.08.2014

Haftbefehl

Klinikarzt unter Porno-Verdacht

BAMBERG. Ein Bamberger Klinikarzt soll Frauen sediert haben, um sie dann sexuell zu missbrauchen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, fanden die Ermittler bei dem 48-Jährigen zahlreiche Indizien, denn offenbar soll er Fotos von seinen Taten gemacht haben. Eine junge Frau erstattete Ende Juli Strafanzeige gegen den Mediziner. Die Polizei geht davon aus, dass der Arzt sich noch an weiteren, bisher unbekannten Frauen vergriffen hat.

Die Frau, die Anzeige erstattete, hatte auf Veranlassung des Arztes freiwillig an einer Untersuchung im Rahmen eines vermeintlichen Forschungsprojektes teilgenommen. Während dieser Untersuchung soll ihr der Mann ohne ihr Wissen und ohne Aufklärung ein Mittel verabreicht haben, von dem die Frau bewusstlos wurde. Dies habe eine rechtsmedizinische Blutuntersuchung bestätigt.

Daraufhin beantragte die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl für den Arbeitsplatz und die Wohnung des Verdächtigen. Am Montag stellten Polizisten mehrere Datenträger sicher.

"Eine erste Auswertung des gesicherten Materials zeigt, dass der Krankenhausarzt offensichtlich den sedierten Zustand seiner Probandin ausgenutzt und sexualbezogene Handlungen an seinem widerstandsunfähigen Opfer durchführt hatte, die er zudem fotografisch dokumentierte", heißt es im Polizeibericht. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

CDU erwägt höhere GKV-Vergütung

Offiziell haben die Koalitionsverhandlungen zwar noch nicht begonnen. Doch: Die Union gibt bereits erste zarte Signale auf einen möglichen Kompromiss beim Ärztehonorar - inklusive einem Ende der Budgetierung. mehr »

Das sind die neuen Paul Ehrlich-Preisträger

Die Paul-Ehrlich-Stiftung ehrt dieses Jahr Forscher für ihre Arbeiten zum Tumor-Nekrose-Faktor mit ihrem mit 120.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erkennen sie die Leistung eines Biochemikers zur Erforschung verschiedener Fettzelltypen an. mehr »