Ärzte Zeitung online, 20.10.2014

Brandenburg

KV-Chef wegen Vorteilsnahme verurteilt

Der Brandenburger KV-Chef Dr. Hans-Joachim Helming ist wegen Vorteilsannahme im Amt zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt worden

KV-Chef wegen Vorteilsnahme verurteilt

Vorsitzender der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming.

© Bernd Settnik / dpa / lbn

POTSDAM. Zu 25.000 Euro Geldstrafe hat das Amtsgericht Potsdam den Vorsitzenden der KV Brandenburg, Dr. Hans-Joachim Helming, wegen Vorteilsannahme (§331 StGB) verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Angeklagte erschien nicht zu der mehrfach verschobenen Hauptverhandlung, die am Montag schließlich stattfinden sollte. Zwar ließ Helming über seinen Anwalt ein Attest einreichen. Das Gericht war jedoch der Auffassung, dass der Angeklagte nicht verhandlungsunfähig erkrankt sei, und entschied daher nach Aktenlage.

Wie ein Gerichtssprecher der „Ärzte Zeitung“ mitteilte, erging die Entscheidung, ohne dass der eigentliche Sachverhalt im Detail geprüft worden wäre. Das sei üblich, wenn das Hauptverfahren eröffnet ist, der Angeklagte aber nicht erscheint. Dass ein hinreichender Tatverdacht besteht, sei den Gerichtsangaben zufolge bereits mit der Eröffnung des Hauptverfahrens bestätigt worden.

KV-Chef schweigt

Helming wollte sich am Montag telefonisch nicht äußern, da ihm noch keine schriftlichen Informationen des Gerichts vorlägen. Er hat laut Amtsgericht jetzt 14 Tage Zeit, Einspruch gegen das Urteil einzulegen.

Vor Prozessauftakt hatte Helming die Vorwürfe gegen ihn als haltlos zurückgewiesen und sich überzeugt gezeigt, dass das Gericht seine Sichtweise teilen werde (wir berichteten). Dem Brandenburger KV-Chef wird zur Last gelegt, 2008 auf Kosten einer Potsdamer IT-Firma an der Potsdamer Schlössernacht teilgenommen zu haben.

 Der Wert der Leistungen, zu denen ihn die Firma eingeladen haben soll, wird mit rund 850 Euro beziffert. Das IT-Unternehmen hat für die KVBB gearbeitet. Der Prozess wegen gemeinschaftlich begangener Vorteilsgewährung gegen die Verantwortlichen auf Firmenseite läuft noch. Ein Verhandlungstermin steht aber noch nicht fest. (ami)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »