Ärzte Zeitung, 18.03.2015

BSG

Klinik trägt das Lieferrisiko

Eine Klinik kann Mehrkosten, die durch Versorgungslücken bedingt sind, nicht auf die Kasse abwälzen. Das Bundessozialgericht hat dieses Prinzip anlässlich eines Streits um die Versorgung mit Thrombozytenkonzentraten bestätigt.

KASSEL. Das Risiko für die Versorgung mit Pool-Thrombozytenkonzentraten liegt beim Krankenhaus. Kann der lokale Blutspendedienst nicht liefern, darf die Klinik trotzdem nicht die teureren, von einem einzelnen Spender gewonnenen Apheresekonzentrate abrechnen, entschied jetzt das Bundessozialgericht.

Das klagende Krankenhaus im Saarland hatte einen Herzklappeneingriff mit Gabe von Apheresekonzentraten abgerechnet, insgesamt mehr als 25.000 Euro. Die Krankenkasse zahlte unter Vorbehalt und minderte nach einer Prüfung um mehr als 5000 Euro.

Die Gabe von Apheresekonzentraten sei medizinisch nicht indiziert gewesen; die Gabe gepoolter, also von mehreren Spendern gewonnener Thrombozytenkonzentrate hätte ausgereicht.

Dagegen wandte die Klinik ein, Thrombozytenkonzentrate seien beim lokalen Blutspendedienst nicht verfügbar und die Apheresekonzentrate daher alternativlos gewesen.

Das BSG gab der Kasse Recht. Der Einsatz von Poolpräparaten wäre gleich zweckmäßig, notwendig und ausreichend gewesen. Das Risiko unzureichender Versorgung durch den lokalen Blutspendedienst trage die Klinik. (mwo)

Az.: B 1 KR 2/15 R

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »