Ärzte Zeitung online, 18.06.2015

Vorwurf Fehldiagnosen

Überraschender Freispruch für Skandalarzt

ARNHEIM. Der niederländische Skandalarzt ist überraschend vom Vorwurf der schweren Misshandlung freigesprochen worden. Das Berufungsgericht in Arnheim sah die Schuld für Dutzende schwere Fehldiagnosen nicht als erwiesen an.

Wegen Verdunkelung und Urkundenfälschung aber verurteilte es den Neurologen am Donnerstag zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. In erster Instanz war der Mann zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Der heute 69 Jahre alte Arzt habe zwar Fehler gemacht, urteilte das Gericht. Doch eine Absicht sei nicht erwiesen. Der Neurologe hatte auch lange in Deutschland gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert.

Dem Mann wurde vorgeworfen, Mitte der 1990er Jahre bis 2003 in Enschede bei Dutzenden Patienten fälschlicherweise unheilbare Krankheiten wie Alzheimer und MS festgestellt und sie auch dagegen behandelt zu haben. Eine Frau hatte sich daraufhin umgebracht. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »

Wenn Leitlinien in die Irre führen

Zum Vorgehen bei Patienten mit Mikro- oder Makrohämaturie gibt es verschiedene Empfehlungen – das schafft Unsicherheit. Forscher haben festgestellt, dass Krebs oft unentdeckt bleibt, wenn Ärzte nationalen Leitlinien folgen. mehr »