Ärzte Zeitung, 15.07.2015

Bericht an MDK

Umweg über Kasse nicht erlaubt

KÖLN. Niedergelassene Ärzte müssen Unterlagen oder Sozialdaten direkt an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) senden.

Der MDK darf die Informationen nicht über den Umweg der Krankenkassen erhalten. Auf die entsprechende Forderung der Bundesdatenschutzbeauftragten hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) ihre Mitglieder aufmerksam gemacht.

Danach ist das sogenannte Umschlagsverfahren, bei dem die Ärzte die Unterlagen in zwei Umschlägen über die Krankenkassen an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung weiterleiten, nicht erlaubt.

Der Grund: Laut der Datenschutzbeauftragten beachten die Kassen die datenschutzrechtlichen Vorgaben nicht. (iss)

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[22.07.2015, 11:07:02]
Dr. Klaus Thierse 
MDK
lt. § 277(1) SGB V ist das ERGEBNIS der Begutachtung dem Leistungserbringer als auch der Kasse mitzuteilen.

Das ERGEBNIS: ich erlebe regelmäßig, wenn ich bei der Kasse (beim MDK kenne ich ja zunächst den Ansprechpartner nicht, einige Begutachtungen werden quer durch die Republik versandt) die fehlende Zusendung gemäß § 277 bemängele, dass dann die KASSE mir das komplette Gutachten zusendet - Koll. Schätzler hat Recht: Datenschutz ist bei unseren Krankenkassen offensichtlich ein Fremdwort.

Und dass Fr. Gradl gerade in der Psychotherapie den Datenschutz als bürokratisch empfindet, ....

Dr. Klaus Thierse

Und dann fordern die Kassen auch immer wieder Entl.-Briefe etc. an sogar ohne Umschlag für den MDK (selbst das wäre ja rechtswidrig). zum Beitrag »
[19.07.2015, 11:14:36]
Anita Gradl 
Psychotherapeutische Anträge
Müssen die Psychotherapeuten dann auch direkt an die Gutachter senden? Porto und Verwaltungsaufwand nochmal angewachsen. Prima zum Beitrag »
[15.07.2015, 14:32:14]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Herzlichen Dank, Frau Ilse Schlingensiepen,
für diesen aufschlussreichen Bericht!

Aber wenn laut der B u n d e s-Datenschutzbeauftragten die Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) offenbar grundsätzlich Datenschutz-rechtliche Vorgaben missachten, gilt das doch wohl bundesweit und n i c h t nur für die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo).

Und wenn niedergelassene Ärzte Unterlagen oder Sozialdaten ausschließlich direkt an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) senden müssen, werden dann wohl dennoch die abschließenden MDK-Gutachten, die z. T. intimste Details zur Krankengeschichte enthalten, von den Krankenkassen-Mitarbeitern gegen gelesen? Oder irre ich mich da etwa?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »

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